Elternverhalten

Das was sich als Gewalt in der Schule darstellt ist oft nichts anderes als kopiertes Verhalten aus dem Elternhaus in die Schule übertragen. In einem Bericht der Enquete Kommission – Kinder in Baden Württemberg- (DR 11/3919, S141)  werden konkrete Einflussfaktoren des Elternverhalten wie folgt aufgelistet. Die Kommission unterscheidet zwischen körperlicher und seelischer Gewalt.


Körperliche Gewalt:

 

Schlagen mit der Hand oder mit Gegenständen, stumpfe Schläge, Kneifen, Kratzen, an den Haaren reißen, Treten, Würgen, Drosseln, Gewaltsames Füttern. Verbrennungen mit Zigaretten oder durch Pressen gegen Heizungen oder Ofenplatten, Verbrühungen, Fesseln, Schütteln, Verrenkungen, Brechen von Rippenknochen, Vergiften, Hungern oder Dursten lassen, Erbrochenes oder Kot essen lassen oder Vorenthaltung von Nahrung.

 


Folgende Verhaltensweisen werden in dem Bericht häufig genannt und sind Formen der seelischen Gewalt:

 

Vernachlässigen, Alleinlassen in der Wohnung, Anbinden oder Fesseln an Möbelstücken oder Heizkörpern, Einsperren, Töten eines geliebten Haustieres, Ständige Beschimpfungen und Herabsetzungen, Nicht mit dem Kinde sprechen, es nicht mit am Tisch essen lassen, Miterleben lassen ständiger Auseinandersetzungen zwischen den Eltern, Miterleben lassen der Trunksucht eines Elternteils, Angstmachen, Überfordern, Ablehnen, das Selbstbewusstsein der Kinder beeinträchtigen, Demütigen, Liebesentzug, Überbehütung, Isolierung, Emotionale Ausbeutung.

 


Emotionale Misshandlung ist die ständige Gefühlskälte, die Feindseligkeit oder Ablehnung von Eltern oder Elternfiguren gegenüber dem Kinde. Die Persönlichkeit und der Selbstwert des Kindes werden in schwerwiegender Weise angegriffen und geschädigt. Typi­sche Verhaltensweisen der Eltern und/oder Betreuer sind dabei:


Zurückweisen, Feindseligkeit, Ignorieren, Terrorisieren, Abwerten des Kindes.

 

Auch eine krankhaft intensive und überbeschützende Haltung von Eltern oder Elternfiguren kann als emotionale Misshandlung (oder auch emotionale Erpressung) gedeutet werden, ebenso die emotionale Ausbeutung, wenn z.B. ein Kind für das emotionale Wohlergehen der Eltern verantwortlich gemacht wird:

  • sieh mal, wie du mich gereizt, geärgert hast,
  • wegen dir habe ich jetzt... (Kopfweh, Bauchschmerzen, Stress usw.)
  • du bist böse (und dein Bruder, Schwester ist lieb),  weil...
  • warum hast du ..... gemacht?

Körperliche und seelische Gewalt sind untrennbar miteinander verbunden. Seelische Gewalt kann nur jemand ausüben, der Einfluss auf junge Menschen hat. Das sind Eltern, Erziehungsberechtigte, nahe Verwandte, aber auch Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer die Druck ausüben können.