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Streitkultur

Zur Prävention und zur Lösung von Konflikten benötigen Sie eine "Streitkultur".
Streiten können setzt eine Reihe von Fertigkeiten voraus. Ob jemand aggressives oder anderes Verhalten zeigt, hängt davon ab, welches Verhalten er gut „kann“ und und welches er „nicht kann“. Das sind z.B.

Prügeln, Brüllen, Spotten oder
Argumentieren, Abwarten, Lösungen ausdenken.

Es geht hier also um körperliche, sprachliche und mentale Möglichkeiten und Gewohnheiten, die von allen Beteiligten geübt werden müssen.

Grundhaltungen beim Streiten

Richtiges Streiten erfordert von allen Beteiligten entsprechende Grundhaltungen:

Geduld,
Gelassenheit,
Empathie,
Sachlichkeit,
Entschiedenheit.

Diese lassen sich leider nur sehr langsam entwickeln. Richtiges Streiten kann man nicht eben mal schnell auswendig lernen wie Jahreszahlen im Geschichtsunterricht.

Kontext der Streitkultur

Schließlich ist auch der Kontext von Bedeutung, in welchem sich die Entwicklung einer Streitkultur vollzieht:

lebensgeschichtliche Hintergründe des Lerners,
Standard seiner Peergroup,
Ausbildung und Kompetenz der Lehrenden,
Werte und Normen der näheren und weiteren gesellschaftlichen Umgebung.

Für den pädagogischen Umgang mit Jugendlichen ergeben sich folgende pädagogische Strukturmaßnahmen:

 Der bewußte Umgang mit Gefühlen des Ärgers, der Angst, der Unterlegenheit muss geübt werden und dies alles in einem Klima der Akzeptiertheit und Nicht-Bedrohtheit.

Es müssen Methoden der Konfliktbewältigung erarbeitet und eingeübt werden.

Strafen, Zwang oder moralische Appelle bewirken kurzfristig schnelle Linderung von Gewaltproblemen, bleiben aber langfristig wirkungslos. Entscheidend mehr Einfluss hat das Vorbildverhalten von Erziehern.

Selbstverantwortliches und eigenständiges Handeln der Lernenden wird immer wieder ermöglicht und geeübt.

Richtiges Streiten

Folgende Maßnahmen und Gegebenheiten sind förderlich:

Eine akzeptierende und liebevolle Grundhaltung des Erziehers: Ein warmes emotionales Klima ist eine wesentliche Voraussetzung, damit pädagogische Maßnahmen wie Argumentation, Erklärung, Diskussion wirken können.

Zu empfehlen sind den Erziehern auch emotionale Reaktionen wie Lob und Zuwendung oder auch das deutliche Zeigen von Enttäuschung.

Verhaltensregeln dürfen nicht bloß verkündet werden; sie müssen erklärt und mit den Betroffenen diskutiert werden.

Die Fähigkeit zur Einfühlung in andere Menschen (Empathie) wird bewusst angeleitet und geübt.

Angesichts der durch die Medien bewirkten „Desensibilisierung“ gegenüber der Auswirkung von Gewalt muss in verstärktem Maße opferbezogenes Denken gefördert werden, d. h. die Aufmerksamkeit der Lernenden wird auf die Folgen gelenkt werden, die eigenes gewalttätiges Verhalten für andere haben kann.

 

Mobbingberatung * Werner Ebner * Tel.: 07123-381613 (18:00 -20:00 Uhr) * Mobil: 0170 7919326 *Email: info@schueler-mobbing.de