Wie kann ich mich wehren ?

  •     Suche Dir moralischen und menschlichen Rückhalt und Unterstützung bei Verbündeten in Deiner Klasse, nötigenfalls auch in anderen Klassen.
  •     Sprich Schülerinnen und Schüler in Deiner Umgebung auf das Problem an. Suche Dir eine Selbsthilfegruppe.
  •     Protokolliere jede Art von Übergriffen (Mobbingtagebuch).
  •     Wenn möglich, sichere Dir die Aussagen von Zeuginnen und Zeugen
  •     Fordere Deine Mitschüler, aber auch die beteiligten Lehrer notfalls schriftlich auf, das unerwünschte Verhalten zu unterlassen.
  •     Geht der Terror weiter, wende Dich an die Schulleitung , den Vertrauenslehrer oder den Beratungslehrer.
  •     Kommst Du damit nicht klar, hol Dir professionnelle Hilfe durch den Beratungslehrer, Psychologen oder eine Erziehungsberatungsstelle. Das ist vor allem wichtig, weil Deine Eltern Dich unterstützen sollten.

Mobbingtagebuch

Da Du in der Schule erhöhtem Stress ausgesetzt bis, vergisst oder verdrängst Du sehr rasch die Situationen, in denen Du gemobbt wurdest. Deswegen kann es entscheidend sein, dass Du ein Mobbingtagebuch führst. Es soll Dir helfen, Deine Situation besser zu bewältigen.

Du machst folgende Eintragungen :

Datum
Uhrzeit
Was ist geschehen ?
Wer war beteiligt ?
Wie habe ich mich gefühlt ?

Das Tagebuch hilft, Nachweise erbringen zu können, wann und wie Du gemobbt wurdest. Es hilft Dir allerdings nicht, Dich besser zu fühlen.

 

Was kannst Du bei Dir verändern ?

Es könnte Dir helfen, wenn Du herausfinden würdest, welche Gründe Deine Mitschüler haben, Dich zu mobben und warum Du Dich gequält hast.

Entscheidend sind Deine Empfindungen. Sie sind es, die Dir Stress bereiten und Dich dadurch am Denken, am Lernen und am Handeln hindern. Wenn Du verstanden hast, dass mobbende Mitschüler in derselben Situation stecken wie Du, und in Dir einen Müllhaufen gefunden haben, auf den sie abladen können, wirst Du das nicht mehr so einfach zulassen.

Mobber handeln aus Neid, Eifersucht, innerer Wut, Angst, Unsicherheit, Ohnmacht. Sie stecken voller Minderwertigkeitskomplexe. Merkst Du etwas ?

Das sind genau Deine Gefühle, die Du empfindest. Du bist nicht anders als die, Du glaubst das nur oder lässt es Dir einreden – und schon wirst Du zum Spielball.

 

Warum ist es schlimm für Dich als Streber bezeichnet zu werden ?

Das ist ja ein großes Lob, denn nur die « Streber » haben klare Ziele im Leben und tun dafür etwas, um sie zu erreichen und erfolgreich zu sein. Die Mobber werden es zu nichts bringen, denn sie sind unfähig zu « streben », sie sind die kompletten Versager, immerwährende Maulhelden.

Warum stört es Dich, wenn man über Dich lacht ?

Merkst Du nicht die Angst, die in deren Gelächter steckt, dass Ihnen dasselbe passieren könnte. Merkst Du nicht ihre Unsicherheit, die sie damit überspielen ?

Warum stört es Dich, wenn man Gerüchte über Dich verbreitet ?

Ignoriere diese Gerüchte, suche Dir andere Freunde, die Deine positiven Seiten kennen lernen und die Gerüchte hören auf. Kämpfst Du dagegen an, wirst Du verlieren. Sollten die Gerüchte allerdings Deine Würde als Menschen verletzen, indem sie z.B. rassistischer, sexistischer Art sind, dann brauchst Du Hilfe. Solchem Treiben muss ein Ende gesetzt werden, notfalls durch Schulausschluss.

Warum hast Du Angst vor Kritik ?

Etwa, weil man Dir von der ersten Klasse an eingeredet hat, dass Du bloß keinen Fehler machen sollst. Wurdest Du für Deine Fehler auch noch bestraft ?  Wurden Deine Eltern fehlerlos geboren ? 

Wie willst Du denn etwas lernen, wenn Du keine Fehler machst ? Nur durch Deine Fehler kannst Du überhaupt lernen. Betrachte jeden Fehler als einen Gewinn für Dein Leben und Dein Vorwärtskommen und freu Dich auf Deine Fehler. Sie sind die beste Chance, möglichst schnell diese coolen Idioten hinter Dich zu lassen, die nichts Besseres wissen als auf anderen rumzuhacken. Auch die haben Fehler und haben Probleme, nur lernen sie nichts daraus.

Es liegt an Deiner Wertung, an Deinem Glaubenssystem. Die Wahl liegt bei Dir : willst Du die Opferrolle einnehmen  oder etwas aus Deinem Leben machen ?

Was kannst Du tun ?

Du liegst falsch, wenn Du glaubst, Mobbing hört von alleine auf. Selbst ein Schulwechsel wird nicht viel helfen. Auch dort beginnt das Spiel von Neuem. Selbst im Berufsleben oder bei der Partnerwahl kann Mobbing Dich wieder einholen.

Den ersten Schritt musst Du machen.

Wichtigster Schritt : Du musst aus der Opferrolle herauskommen. Dafür kannst Du ein « Erfolgstagebuch » führen, indem Du jede auch noch so kleine Situation aufschreibst, in der Du dem Mobbing entgegen getreten bist. Das Aufschreiben ist deshalb wichtig, weil am Anfang Deine Erfolge relativ gering sind. Du würdest diesen kleinen Erfolgen wenig Bedeutung beimessen und sie dadurch schnell wieder vergessen.

Einzelne Schritte :

  1.     Fang bei Dir an. Die Mobber verändern zu wollen ist sinnlos.
  2.     Richte Deine Aufmerksamkeit auf die Dinge und Situationen, die Du willst und nicht darauf, was du nicht willst.
  3.     Du willst glücklich sein, also beschäftige Dich mit Dingen, die Dich glücklich machen.
  4.     Du willst Freunde haben, also stell Dir genau vor, wie sie sein sollen und was Du alles mit Ihnen machen möchtest – und sie werden kommen.
  5.     Du willst geachtet und respektiert werden, dann achte und respektiere zuerst Deine Mitschüler und Mitschülerinnen. Hör auf zu werten und zu verurteilen, dann werden sie es auch nicht mehr tun. Das kann ein wenig dauern, deswegen verlier nicht die Geduld.
  6.     Komm weg von der Idee, dass bei Dir etwas nicht stimmt, dass Du nicht gut genug bist, dass Du es nicht wert bist .... usw.  Du bist, wie Du bist, genau richtig. Akzeptiere Dich und Du wirst akzeptiert werden.
  7.     Hör auf, Dir ständig selbst negative Prophezeiungen zu machen (Ich schreib sowieso eine 5, ich kann das nicht, weil ....), sondern sage Dir : Ich gebe mein Bestes. Anstelle von « Ich kann das nicht », sage : « Ich weiß, dass ich kann... »

Glaub an Dich, vertraue darauf, liebe Dich, wie du bist, hab ein wenig Geduld mit Dir und ein wenig Nachsicht mit Deinen Mitschülerinnen und Mitschülern, dann wird es geschehen.

Du kannst jederzeit, wenn du in schwierige Situationen kommst gedanklich sagen

Ich glaube, ich liebe, ich vertraue

und Du wirst ein "Wunder" erleben.