Da an Schulen  Leistung ganz groß geschrieben wird, braucht der Lehrer, um eine förderliche Atmosphäre zu schaffen eine 3. Grundhaltung.

 

3. Erlaubnis

 

Schüler brauchen Spielräume, in denen sie ihre Selbstständigkeit erproben und festigen können. Um dies zu ermöglichen, muss der Lehrer eine wichtige Dimension seiner pädagogischen Rolle entdecken und diese bewusst pflegen: Selbstlos und umsichtig erlaubt er, dass der Schüler seinen Weg geht, indem er  ihn in zunehmendem Maß selbst entscheiden lässt.

 

Dabei überlässt  der Lehrer den Schüler nicht einfach sich selbst oder gewährt ihm Selbstständigkeit, indem er sich nicht mehr um ihn kümmert, sondert er agiert durch aktives Handeln.

 

Das geschieht,
 

  • wenn er dem Schüler hilft, Handlungsspielräume zu erkennen und zu nutzen,
  • wenn er ihn mit seiner Unselbstständigkeit konfrontiert,
  • wenn er ihm selbstständiges Handeln ausdrücklich erlaubt und dessen Wichtigkeit betont,
  • wenn er Lernsituationen so konzipiert , dass Selbstständigkeit ermöglicht, ja geradezu herausgefordert wird.[1]
     

Ein Lehrer hat dann Autorität, wenn diese drei Grundhaltungen in der Person des Lehrers in einer lebendigen Wechselbeziehung stehen und von den Schülern akzeptiert werden können.

 

Dieses Akzeptieren führt zu Respekt. Respekt oder auch Wertschätzung ist in beiden Richtungen von Bedeutung: Der Lehrer, der über Autorität verfügt, wird respektiert. Ein wichtiger Grund dafür, dass ihm seine Schüler Autorität zuerkennen, ist, dass er umgekehrt auch seine Schüler respektiert, sie als Menschen, als eigenständige Persönlichkeiten ernst nimmt.